Presseerklärung:
Kongress für eine Schule für Alle und NRW weite Unterschriftenkampagne: Bündnis will hin auf die Landtagswahl Weichen für ein inklusives Bildungssystem stellen.
Die Auseinandersetzung um ein inklusives Bildungssystem und die Beendigung sozialer Auslese zieht vor der Landtagswahl Kreise: Von Freitag bis Sonntag findet der seit mehreren Wochen mit mehreren hundert Teilnehmern ausgebuchte Kongress für eine Schule für alle statt. Während auf dem Abschlusspodium am Sonntag VertreterInnen aller im Landesparlament vertretenen Parteien debattieren, hat ein Bündnis, bestehend aus dem Kongressveranstalter Mittendrin e. V., der LandesschülerInnenvertertung NRW, mehreren ASten, dem Bund demokratischer WissenschaftlerInnen (BdWi), linken politischen Jugendverbänden und sozialen Bewegungen schon Stellung bezogen: Mit einer Unterschriftenkampagne für gebührenfreie Bildung und eine Schule für Alle soll der Landtagswahlkampf entscheidend beeinflusst werden.
„Das Bildungssystem muss sich am Menschen orientieren anstatt Konkurrenz, soziale Ungleichheit und Elitenbildung zu verstärken. Wir treten dafür ein, die gemeinsame Entfaltung der Lernenden zu fördern, soziale Bildungsprivilegien abzuschaffen und somit zu einer Humanisierung und Demokratisierung der Gesellschaft beizutragen. Wir wollen mit der Kampagne alle ermutigen, für eine Schule für Alle und gebührenfreie Bildung einzutreten und die NRW-Landtagswahl Richtung gebend zu beeinflussen.“ so der Student Peter Förster, Sprecher des Bündnisses*.
Bis zur Landtagswahl kann jede und jeder unterschreiben und sich an der Überzeugungsarbeit und Verbreitung der Kampagne beteiligen – Infos und Unterschriftenlisten sind unter www.bildungfueralle-nrw.de zu finden.
Kontakt: Peter Förster, Marienstr. 3d, 50825 Köln. Tel.: 017664125824. Mail: kontakt@bildungfueralle-nrw.de
*Das Bündnis der Unterschriftenkampagne für gebührenfreie Bildung und eine Schule für Alle besteht bisher aus: LandesschülerInnenvertretung (LSV) NRW, AStA der Uni Köln, Asta der Uni Münster, Asta der Uni Wuppertal, Asta der Musikhochschule Köln, Elternverein mittendrin e. V., Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi), Eine Schule für Alle NRW, Arbeitskreis Studiengebührenboykott Uni Köln, attac Köln, Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) NRW, Sozialistische Jugend Die Falken NRW, DIDF, Jusos NRW, Juso Hochschulgruppen NRW, grüne Jugend NRW, campus:grün Köln, linksjugend['Solid] NRW, DieLinke.SDS NRW.
Pressemitteilung als PDF
25.2.2010
Presseerklärung zum Start der Unterschriftenkampagne für gebührenfreie Bildung und eine Schule für Alle zur NRW-Landtagswahl
Heute startet ein Bündnis aus Elterninitiativen, der LandesschülerInnenvertretung (LSV) NRW, Interessenvertretungen der Studierenden, politischen Jugendverbänden und sozialen Bewegungen eine NRW-weite Unterschriftenkampagne für eine Schule für Alle und gebührenfreie Bildung. Mit der Kampagne greifen die Initiatoren bewusst in den kommenden Landtagswahlkampf ein, um die soziale Auslese zu beenden.
„Kitagebühren, das mehrgliedrige Schulsystem und Studiengebühren an den Hochschulen: Das Bildungssystem in NRW schließt kontinuierlich Kinder und Jugendliche von Bildung aus, insbesondere aus sogenannten ‚bildungsfernen’ und finanzschwachen Schichten. Zudem wird durch die Gebühren die Verantwortung für die öffentliche Aufgabe Bildung verlagert auf private Geldbeutel von Eltern und Studierenden. Wir fordern daher die Öffnung des Bildungszugangs für Alle, das heißt gebührenfreie Bildung von der Kita an, die sofortige Abschaffung jeder Form von Studiengebühren und die längst überfällige Überführung des mehrgliedrigen Schulsystems in eine Schule für Alle,“ so Lea Meyer vom Vorstand der LandesschülerInnenvertretung NRW.
„Selektion und Separierung in unserem Schulsystem müssen aufhören – die Landesregierung ist gefordert, die UN-Konventionen umzusetzen. Wir brauchen eine inklusive Schule, in der alle, auch Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf, gemeinsam lernen“, so Uta Kumar vom NRW-Bündnis „Eine Schule für Alle“. „Mit dem Festhalten am unsozialen, selektiven und wirtschaftsorientierten Bildungssystem verstößt die NRW-Landesregierung zudem gegen den von Deutschland bereits vor 44 Jahren ratifizierten UN-Sozialpakt und das darin enthaltene Recht auf Bildung“, sagt Jan Weber vom AStA der Uni Köln. „Darin völkerrechtlich festgeschrieben ist die soziale Öffnung und die Gebührenfreiheit des gesamten Bildungssystems für Alle, einschließlich der Hochschulbildung. Das ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Bildung zu einer weltweit friedlichen Entwicklung und zur Verwirklichung der Menschenwürde beiträgt. Die bestehende soziale Selektion in einem der reichsten Industrieländer ist dagegen gesellschaftlich schädlich und antidemokratisch.“
Gegen die international im Völkerrecht verankerten Maßstäbe an Bildung als Einheit persönlicher Entfaltung und solidarischer menschenwürdiger Gestaltung der Welt hat in Nordrhein-Westfalen die aktuelle Landesregierung Bildung verstärkt nach wirtschaftlichem Kalkül ausgerichtet. Die Bildungseinrichtungen sind zunehmend zu output-orientierten Ausbildungsstätten für den Arbeitsmarkt und für die Anforderungen der Unternehmen degradiert worden: Unkritisches Lernen, Konkurrenz und Anpassungsdruck werden durch das Festhalten am selektiven mehrgliedrigen Schulsystem, die Einführung von disziplinierenden Verhaltensnoten („Kopfnoten“), das verkürzte und lernfeindliche „Turbo-Abi“, die Privatisierung der Bildungskosten durch Studiengebühren und gestärkten Einfluss von Unternehmen auf die Bildungseinrichtungen vorangetrieben. „Das Bildungssystem muss sich am Menschen orientieren statt Konkurrenz, soziale Ungleichheit und Elitenbildung zu verstärken. Wir treten dafür ein, die gemeinsame Entfaltung der Lernenden zu fördern, soziale Bildungsprivilegien abzuschaffen und somit zu einer Humanisierung und Demokratisierung der Gesellschaft beizutragen. Wir wollen mit der Kampagne alle ermutigen, für eine Schule für Alle und gebührenfreie Bildung einzutreten und die NRW-Landtagswahl Richtung gebend zu beeinflussen.“ so der Student Peter Förster, Sprecher des Bündnisses*.
Bis zur Landtagswahl kann jede und jeder unterschreiben und sich an der Überzeugungsarbeit und Verbreitung der Kampagne beteiligen – Infos und Unterschriftenlisten sind unter www.bildungfueralle-nrw.de zu finden.
Kontakt: Peter Förster, Marienstr. 3d, 50825 Köln. Tel.: 017664125824. Mail: kontakt@bildungfueralle-nrw.de
*Das Bündnis der Unterschriftenkampagne für gebührenfreie Bildung und eine Schule für Alle besteht bisher aus: LandesschülerInnenvertretung (LSV) NRW, AStA der Uni Köln, Asta der Musikhochschule Köln, Elternverein mittendrin e. V., Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi), Eine Schule für Alle NRW, Arbeitskreis Studiengebührenboykott Uni Köln, attac Köln, Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) NRW, Sozialistische Jugend Die Falken NRW, DIDF, Jusos NRW, Juso Hochschulgruppen NRW, grüne jugend NRW, campus:grün Köln, linksjugend['Solid] NRW, DieLinke.SDS NRW.